Bild Fp5 Koordinatensystem der Fahrdynamik
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Längsdynamik
Die Längsdynamik bezeichnet alle wirkenden Kräfte in Richtung der x-Achse (Bild Fp5). Hauptsächlich werden die Antriebs- und Bremskräfte, in Kurvenfahrten mit großen Lenkwinkeln auch Reifenseitenkräfte, auf die Fahrzeugkarosserie übertragen. Die Längsdynamik ist ausschlaggebend für die Bewegung des Fahrzeugaufbaus bezüglich Längsbeschleunigung und Verzögerung, aus denen unterschiedliche Kraftverteilungen an Vorder- und Hinterachse entstehen. In Abhängigkeit von der Höhe des Fahrzeugschwerpunktes ergeben sich durch Lastwechsel Nick- und Hubbewegungen. Man spricht von einer Kopplung zwischen der Längs- und der Vertikaldynamik.
Die Kopplung der Längs- und Querdynamik ist ebenso durch Beschleunigung bei gleichzeitiger Kurvenfahrt gegeben. Hierbei entsteht zusätzlich zu dem Lastwechsel der Vorder- und Hinterachse ein Lastwechsel zwischen der linken und rechten Fahrzeugseite. Diese Lastwechsel erzeugen ungewünschte Wankbewegungen.
Längskraft. Längskräfte FX wirken in Richtung der x-Achse (Bild Fp5) und sorgen für eine Fahrzeugbeschleunigung oder Verzögerung bzw. erhalten die Fahrzeuggeschwindigkeit. Alle Fahrwiderstandskräfte wie z.B. Rollwiderstand FR, Luftwiderstand FL, Steigungswiderstand FS und Beschleunigungswiderstand FB bilden Längskräfte auf der x-Achse. Diese können in Abhängigkeit von Beladungszustand und Schwerpunkthöhe Nick- und Hubbewegungen zur Folge haben.
Fahrzeuggeschwindigkeit. Die Fahrzeuggeschwindigkeit v beschreibt die zurückgelegte Wegstrecke (z.B. Meter) pro Zeiteinheit (z.B. Sekunde). Sie wirkt in Längsrichtung auf der x-Achse (Bild Fp5). Sie berechnet sich mit:
v =

Darin bedeuten:
s = Wegstrecke
t = Zeit
Bei Kraftfahrzeugen wird die Geschwindigkeit üblicherweise in km/h angegeben.
Längsgeschwindigkeit. Die Längsgeschwindigkeit vx entspricht der Geschwindigkeit des Fahrzeuges in Richtung der x-Achse des Koordinatensystems (Bild Fp5). Die Längsgeschwindigkeit ist gleich der Fahrzeuggeschwindigkeit.
Fahrzeugbeschleunigung. Die Fahrzeugbeschleunigung a errechnet sich aus der Geschwindigkeitsänderung
und der benötigten Zeit
. Sie wirkt in Richtung der x-Achse. Die Beschleunigung repräsentiert die erste Ableitung der Geschwindigkeit nach der Zeit. Beschleunigt man ein Fahrzeug von einer Geschwindigkeit v1 innerhalb einer Zeit mit t2 - t1 auf eine Geschwindigkeit v2 , so gilt:
a =
= 
Die Beschleunigungskraft eines Fahrzeuges ergibt sich aus der überschüssigen Kraft FÜ, die nach Abzug des Fahrwiderstandes FW von der aufgewendeten Kraft F des Antriebstranges übrig bleibt.
FÜ = F - FW
Man bezeichnet diese auch als Zugkraftreserve.
Wird ein Fahrzeug gebremst, so ist die Widerstandskraft größer als die erzeugte Kraft des Fahrzeuges. Es ergibt sich eine negative Überschusskraft und damit eine negative Fahrzeugbeschleunigung. Das Fahrzeug wird verzögert.
Elastizität. Die Beschleunigung eines Fahrzeuges gibt üblicherweise die Zeit an, die vergeht, bis das Fahrzeug von einer Geschwindigkeit 0 auf die Geschwindigkeit 100km/h gesteigert wurde, wobei die entsprechenden Gänge genutzt werden. Die Elastizität beschreibt die Zeit für eine Geschwindigkeitserhöhung von der Geschwindigkeit x auf die Geschwindigkeit y in einem bestimmten Gang, ohne Schaltvorgang, in der Ebene. Je geringer die Zeit für einen solchen Vorgang, umso höher ist die Elastizität.
Längsbeschleunigung. Die Längsbeschleunigung ax entspricht der Beschleunigung in x-Richtung des Fahrzeuges, wie in Bild Fp5 zu sehen. Die Längsbeschleunigung ist gleich der Fahrzeugbeschleunigung.
Nickwinkel. Der Nickwinkel θ ist eine Kenngröße für die Nickbewegung. Dieser ergibt sich aus der Drehung um die y-Achse (Bild Fp5 ).
Nickgeschwindigkeit. Die Nickgeschwindigkeit ωN definiert die Winkeländerung um die y-Achse, pro Zeiteinheit (Bild Fp5). Sie lässt sich mit Hilfe des in der Zeit
zurückgelegten Nickwinkels
wie folgt berechnen:
ωN =
Nickbeschleunigung. Die Nickbeschleunigung αN stellt die Geschwindigkeitsänderung
in einer benötigten Zeit
dar (Bild Fp5 ). Es gilt:
αN =
= 
Nickmoment. Das Nickmoment MY ist eine Kenngröße für die Nickbewegung und wirkt um die y-Achse (Bild Fp5). Es entsteht durch unterschiedlich angreifende Kräfte in Richtung der x-z-Ebene mit den dazugehörigen Abständen um den Bezugspunkt des jeweiligen Fahrzeuges.
Zucken. Mit der Bezeichnung Zucken sind jegliche Bewegungen in Richtung der x-Achse (Bild Fp5), die in der Längsdynamik entstehen können, gemeint.
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