Die Aufladung wurde und wird bisher fast ausschließlich zur Leistungssteigerung und zur Steigerung des Drehmomentes genutzt. Ziel dabei ist es, bei gegebenem Hubraum eine höhere Leistung, oder eine gleiche Leistung bei abgesenktem Hubraum zu erzielen. Darüber hinaus gibt es Ansätze, die Aufladung mit Hilfe "kleiner" Lader in Verbindung mit einer längeren Getriebeübersetzung zur Kraftstoffverbrauchssenkung einzusetzen. Durch die Aufladung sind bei Serienfahrzeugen bis zu 60% Leistungssteigerung möglich.
Die Vorteile der Aufladung sind:
Im Großmotorenbau und bei Lkw Motoren wird die Aufladung fast immer angewandt. Wegen der relativ geringen Leistungsausbeute bei Pkw-Dieselmotoren werden auch hier, von Ausnahmen abgesehen, Motoren mit Aufladung angeboten. Mittels einer Arbeitsmaschine (Gebläse, Verdichter) wird dem Motor eine höhere Luftmasse zur Verfügung gestellt. Das führt zu einer höheren abgegebenen Arbeit, da die Kraftstoffmasse pro Arbeitsspiel ebenfalls angehoben wird. Beim Ottomotor muss, um eine klopfende Verbrennung zu vermeiden, die Verdichtung reduziert werden, was den Wirkungsgrad verschlechtert.
Betrachtet man die Gleichung zur Beschreibung der Motorleistung Pe
,
so hat man eine Reihe von Möglichkeiten, die Motorleistung zu steigern. Bei gegebenen Arbeitsverfahren sind das, wie aus obiger Gleichung ersichtlich, Drehzahl n, spezifische Arbeit we und Hubvolumen VH. Der Faktor i = 0,5 gilt für Viertakt-Motoren und i=1 für Zwei-Takt-Motoren.
Sie lässt sich darstellen
für den Ottomotor:


für den Dieselmotor:
Darin bedeuten he der effektive Wirkungsgrad, Hu der untere Heizwert des Kraftstoffes, la der Luftaufwand, rG und rL die Gemisch- bzw. Luftdichte, Lambda das Luftkraftstoffverhältnis und mL, St die stöchiometrische Luftmasse.
Hält man die Größen he, la und l konstant (Hu und mL st sind Kraftstoffkenngrößen), so ist die spezifische Arbeit über die Gemisch- bez. Luftdichte zu steigern. Genau das nutzt man bei der Aufladung.
Literatur:
[1] K. Zinner: Aufladung von Verbrennungsmotoren: Grundlagen, Berechnungen, Ausführungen, Springer Verlag, Berlin, 1980;
[2] H. Pucher, Aufladung von Verbrennungsmotoren, Expert-Verlag, Sindelfingen, 1985
[3] N.N.: 9. Aufladetechnische Konferenz, 2003, Dresden
[4] D. Hagelstein, J. Theobald, K. Michels, E. Pott: Vergleich verschiedener Aufladeverfahren für direkteinspritzende Ottomotoren, 10. Aufladetechnische Konferenz, 2005, Dresden
[5] G. Doll, M. Fischle, A. Lingens, J. Schmauder: Die Aufladung des neuen Mercedes 3 l-CDI-Motors, 10. Aufladetechnische Konferenz, 2005, Dresden
[6] P. Kapus, H. Philipp, G. Freidl: Entwicklungsschwerpunkte für verbrauchsoptimierte Otto-Turbomotoren, Aachener Kolloquium Fahrzeug- und Motorentechnik, 2005, Aachen
[7] R. Krebs, J. Böhme, R.Dornhöfer, R. Wurms, K. Friedmann, J. Helbig, W. Hatz:Der neue Audi 2,0T FSI Motor – Der erste direkteinspritzende Turbo-Ottomotor bei Audi, 25. Wiener Motorensymposium, 2004
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